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Aktuelles aus den Unternehmen

Zehn Jahre Wirkstoffforschung beim Lead Discovery Center im BioMedizinZentrum Dortmund

2008 hob die Max-Planck-Gesellschaft in Dortmund das Lead Discovery Center (LDC) aus der Taufe. Das heute eigenständige Unternehmen greift Forschungsergebnisse aus der Grundlagenforschung auf und entwickelt daraus Wirkstoffe, die dann von Lizenz- oder Kooperationspartnern in klinischen Studien auf ihre Eignung als Medikamente getestet werden können. Die Bilanz zehn Jahre nach der Gründung kann sich sehen lassen: Eines seiner Forschungsprojekte hat den Sprung in die Klinik geschafft und wird derzeit in einer Phase-1b-Studie getestet, zwei weitere stehen kurz davor. Insgesamt hat das LDC 23 Patentanträge gestellt und Lizenzen zur Erforschung von 15 weiteren Substanzen an Kooperationspartner vergeben. Anlässlich des Jubiläums findet am 28. November im LDC ein Festakt statt.

Analytische Fleißarbeit: In Probengläschen abgefüllt, werden potenzielle Wirkstoffkandidaten aufwendigen Tests unterzogen. 
© Lead Discovery Center

Der Weg von der Idee für einen neuen Wirkstoff zu einem fertigen Medikament ist lang und voller Sackgassen: Von zehn Wirkstoffkandidaten aus klinischen Studien schafft es nur einer zur Marktreife. Besonders steinig war in Deutschland lange der Weg aus der Grundlagenforschung in die Medizin. So fehlte es vor der Gründung des LDC an Unterstützung und Knowhow für Wissenschaftler, die in ihrer Forschung auf ein neuartiges medizinisch relevantes Molekül stoßen und die aus ihrer Entdeckung ein Medikament entwickeln wollen. 

„Damit blieben nicht nur wertvolle Erkenntnisse ungenutzt. Auch der Nachschub an neuartigen Wirkstoffen ist über die Jahre immer weiter zurückgegangen, und den Forschungspipelines der Pharmaunternehmen, die nur noch eingeschränkt selbst forschen, fehlte der Nachschub“, sagt Matthias Stein-Gerlach. Der Patent- und Lizenzmanager von Max-Planck-Innovation war von 1998 bis 2004 bei Axxima Pharmaceuticals in Martinsried als Leiter des Business Development beschäftigt. Das Startup-Unternehmen war vom Krebsforscher Axel Ullrich vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried mit dem Ziel gegründet worden, Erkenntnisse aus dem Labor in die Medizin zu überführen.

Auch bei Max-Planck-Innovation, der Wissenstransfergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft, erkannte man damals, den Bedarf: „Wir haben gemerkt, dass viele Entdeckungen unserer Wissenschaftler trotz hoher Investitionen in Patente nicht verwertbar waren. Sie waren für die Pharma- oder Biotechindustrie einfach nicht weit genug entwickelt“, sagt Stein-Gerlach.

Rotationsverdampfer
© LDC/Lutz Kampert

LDC als Brücke zwischen Labor und Medizin 

Stein-Gerlach und Ullrich begannen daher 2006 zusammen mit dem heutigen Geschäftsführer und wissenschaftlichen Leiter des LDC Bert Klebl, ein Konzept für ein neues Forschungsunternehmen zu erarbeiten. Dieses sollte die bis dahin fast unüberbrückbare Kluft zwischen Labor und Industrie in Deutschland überbrücken. Für die Max-Planck-Gesellschaft war dies eine Herausforderung, ist sie doch in besonderer Weise der Grundlagenforschung verpflichtet. Außerdem musste das neue Zentrum den vielfältigen Anforderungen der unterschiedlichen Max-Planck-Institute gerecht werden. Dank der starken Unterstützung durch das Präsidium der Max-Planck-Gesellschaft konnte das LDC bereits 2008 seine Arbeit aufnehmen.

„Nur wenige hätten damals geglaubt, dass das LDC zehn Jahre später zu einer solchen Erfolgsgeschichte werden würde. Das Zentrum hat sich heute als das dringend benötigte Bindeglied zwischen akademischer Forschung und Pharmaunternehmen etabliert“, so Klebl. Das LDC beschäftigt heute über 70 Mitarbeiter in Dortmund und München. Es hat rund 70 Ziel- und Leitstrukturen erforscht und 15 Lizenzen zur Weiterentwicklung an Partner aus der Industrie vergeben, darunter Bayer, Boehringer Ingelheim, Daiichi Sankyo, Grünenthal, Merck und Qurient. Forschungsallianzen bestehen unter anderem mit AstraZeneca, Johnson & Johnson und Merck KGgA. „Wir freuen uns besonders darüber, dass es eines unserer Projekte in die klinische Phase geschafft hat und an Patienten untersucht wird. Zwei weitere befinden sich derzeit in der präklinischen Phase“, erklärt Michael Hamacher, LDC.

Mit einem Massenspektrometer analysieren die Forscher am LDC Molekülgemische.
© LDC

Zur Meldung auf der Website der Max-Planck-Gesellschaft...

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